Kohlenmonoxidvergiftung


Kohlenstoff-Blasen

CO, so lautet die chemische Formel für Kohlenmonoxid, einer gasförmigen Verbindung aus Sauerstoff und Kohlenstoff. Das Gas entsteht in der Regel durch unvollständige Verbrennung beziehungsweise bei Verbrennungen unter zu geringerer Sauerstoffzufuhr. Schlecht funktionierende Heizöfen, verstopfte Schornsteine, Schwelbrände und Auspuffgase in geschlossenen Räumen führen immer wieder Kohlenmonoxidvergiftungen. Auch das Abkühlen von Grillern in geschlossenen Räumen kann Auslöser sein. Jahr für Jahr kommt es zu tödlichen Vergiftungen durch das Geruch-, Farb- und Geschmacklose Gas. Berühmtestes Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung war Emile Zola, dessen Schornstein verstopft war. Auch die ARD-Moderatorin Miriam Christmann und ihr Lebensgefährte starben durch Kohlenmonoxid. Sie stellten den Griller zum Auskühlen von der Terrasse ins Schlafzimmer. Eine gefährliche Kombination stellen auch eine Dunstabzugshaube in Betrieb, etwa in der Küche, und ein offenes Feuer im Kamin, etwa im Wohnzimmer, dar. Zur tödlichen Falle können aber ebenfalls zu dichte Fenster oder ein zu geringer Abzug im Bad sein, wenn der Wassererhitzer auf Gasbasis arbeitet.

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

Da Kohlenmonoxid von den menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen wird, stellt es eine besondere Gefahr dar. Gelangt Kohlenmonoxid durch die Atemluft ins Blut, geht es mit dem Eisenkern im Hämoglobin eine chemische Verbindung ein. Der Sauerstofftransport wird unterbunden, es kommt zur Erstickung. Zu Beginn zeigen sich Kopfschmerzen und Schwindel und starke Müdigkeit. Bei ansteigender Vergiftung sind besonders das Nervensystem und das Herz betroffen. Bereits zu diesem Zeitpunkt kann es dauerhaften Folgeschäden am Organismus kommen. Kohlenmonoxid bindet sich 325mal stärker an Hämoglobin als Sauerstoff, deshalb werden bereits bei einem 0,1 prozentigen Anteil an Kohlenmonoxid in der Atemluft die Hälfte der Roten Blutkörperchen in ihrer Funktion behindert. Von der akuten Form der Kohlenmonoxidvergiftung ist die chronische Kohlenmonoxidvergiftung zu unterscheiden. Sie entsteht bei Menschen, die sich regelmäßig in Räumen mit überhöhter, jedoch nicht zu großer Kohlenmonoxidkonzentration aufhalten. Leistungsminderung, chronische Müdigkeit und Depressionen können die Folgen sein.

Gefahrenzone und Rettungsmaßnahmen

Sobald die Möglichkeit besteht, dass ein Mensch durch eine zu hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in einem Raum das Bewusstsein verloren hat, ist dem Ersthelfer größte Vorsicht angeraten. Der Vergiftete sollte so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone in die frische Luft gebracht und alle Fenster geöffnet werden. Ist eine rasche und gefahrlose Rettung nicht möglich, zum Beispiel aus einem Keller, muss auf die Einsatzkräfte gewartet werden. Selbstschutz geht in diesem Fall vor Fremdschutz. Die Rettungskräfte werden sofort mit der Sauerstoffgabe beginnen und Bikarbonat verabreichen. Meist werden die Betroffenen intubiert und künstlich mit Sauerstoff beatmet. Die hohe Sauerstoffkonzentration verdrängt das Kohlenmonoxid. Für Retter und Ärzte sind neben den Blutwerten die kirschroten Schleimhäute ein äußeres Anzeichen, jedoch erst ab einem höheren Vergiftungsgrad. Auch sind die Totenflecken bei mit CO vergifteten Personen rot.


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