Krankheitsbild


Mikroskop

Zu Gasansammlungen im Verdauungstrakt kommt es durch die übermäßige Bildung von Gasen im Magen-Darm –Bereich. Ein Gefühl des Geblähtseins rufen sie hervor und bewirken einen weniger oder mehr starken Abgang der Darmgase.

Der Auslöser

Reich an unverdaulichen Faserstoffen sind Nahrungsmittel wie Vollkornbrot, Gemüse, Obst und Müsli. Insbesondere Hülsenfrüchte, Kohl und Zwiebeln haben viele unverdauliche Faserstoffe. Im Darm werden diese durch das Einwirken von Bakterien zersetzt zu Gasen. Diese sammeln sich an und es entsteht ein Gefühl des Geblähtseins. Ein Übermaß an verschluckter Luft ist ebenfalls eine Ursache für eine solche Gasansammlung. Psychologisch kann dieses auch bedingt sein. Beispielsweise bewirken Konflikte, welche noch nicht verarbeitet wurden, dass mit jedem Schlucken oder Bissen unbewusst mehr Luft als sonst aufgenommen wird.

Die Symptome

Patienten klagen über ein Gefühl von aufgebläht sein und Völle. Sie lassen Darmgase ab oder stoßen häufig Luft aus. Rumorende Darmgeräusche sowie ein starkes Kollern im Leib sind weitere charakteristische Beschwerden.

Komplikationen und Verlauf

Im Falle einer starken Ausprägung kann es zu kolikartigen Schmerzen kommen sowie zu einem starken Druck im Bauchbereich durch die „eingeklemmten Winde“. Seltener kann es zu Atem- oder Herzbeklemmungen kommen, dem sogenannten Röm-hold-Syndrom. Dieses Symptom ähnelt, dem eines Angina-Pectoris-Anfalles oder auch die Angst vor einem Herzinfarkt auslöst.

Was noch dafür verantwortlich sein könnte

Nicht immer ist das Gefühl des aufgebläht Seins zurückzuführen auf größere Ansammlungen von Darmgasen im Verdauungstrakt. Im Falle des Reizdarm-Syndroms ist die Empfindlichkeit gegen Dehnung und Druck beim Patienten erhöht und so stark, dass der Magen selbst sehr empfindlich reagiert, auf kleinste Gasmengen. Ernst zu nehmende Krankheiten wie Typhus, Bauchfellentzündung, Darmverschluss, Herzschwäche oder Leberzirrhose haben ähnliche Symptome und im Falle von starken sowie anhaltenden Schmerzen der Arzt aufgesucht werden.

Der Rat der Großmutter Verhaltenstipps und Hausmittel

vermieden werden sollten Nahrungsmittel, welche stark blähen, wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln und Kohl. Oftmals reich schon eine Änderung der Essgewohnheiten zur Linderung der Beschwerden. Die Speisen sollten langsam gegessen werden, gut gekaut werden und es sollte in Ruhe gegessen werden. Die Einnahme entschäumender Arzneimittel aus der Apotheke empfiehlt sich bei akuten und starken Beschwerden. Auch pflanzliche Präparate gibt es dort, welche meist Kamille, Fenchel und Kümmel enthalten.

Die Diagnose

Zur Stellung der Diagnose und die Auslöser, welche hinter den Blähungen stehen, führt der Arzt erst einmal mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch. Er erkundigt sich dabei einerseits, wie oft, wann und in welchem Zusammenhang es zu den Blähungen kommt. Des Weiteren fragt er nach den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Medikamenten, Vorerkrankungen sowie den begleitenden Beschwerden. Eine gründliche körperliche Untersuchung schließt sich der Anamnese an. Der Fokus liegt auf dem Abklopfen, dem Abhören und dem Abtasten des Bauches. Zur Abklärung der Ursache, dass keine organische Erkrankung hinter den Symptomen steckt, können nach dieser Untersuchung noch weitere notwendig werden. Dazu zählen die Ultraschalluntersuchung vom Bauchraum, Untersuchung des Urins und Stuhlganges, Blutuntersuchungen und Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Doch auch bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT) oder die ERCP eine spezielle Röntgendarstellung vom Bauchspeicheldrüsen- und Gallengang sowie eine Darm- oder Magenspiegelung können eventuell notwendig sein. Die anschließende Behandlung richtet sich nach der Ursache.