Sodbrennen

Sodbrennen


Tritt ein brennender Schmerz in der Magengrube und hinter dem Brustbein auf, der bis in Hals und Rachen reichen kann, häufig mit Aufstoßen verbunden ist, spricht der Mediziner von Sodbrennen. Ausgelöst wird der Schmerz in der Speiseröhre, Ösophagus genannt. Sie ist ein Muskelschlauch, der durch Bewegung den Speisebrei in den Magen leitet. Üblicherweise verhindert ein Schließmuskel den Rückfluss aus dem Magen. Mitunter kann es jedoch dennoch zu einem Aufsteigen des Speisebreis kommen, gemischt mit Magensäure. Die Speiseröhre ist meist in der Lage, den Brei wieder zurückzudrücken, wobei es bei dem Vorgang zu einem kurzen Schmerz hinter dem Brustbein kommt. Verbleibt der mit der aggressiven Magensäure vermischte Speisebrei zu lange in der Speiseröhre, wird die Speiseröhrenschleimhaut gereizt. Sodbrennen entsteht.

Wodurch kann Sodbrennen entstehen?

Es gibt Nahrungsmittel und Lebenssituationen, die Sodbrennen fördern, indem die Muskelspannung des Schließmuskels verringert wird. Alkohol, Nikotin, aber auch Stress und Unruhe zählen dazu. Auch eine Überfüllung des Magens durch zu großem Speisekonsum drängt den Mageninhalt in die Speiseröhre zurück. Sich zu bücken oder flaches Liegen nach üppigen Speisen begünstigt das Auftreten von Sodbrennen. Daneben können auch krankhafte Ursachen bestehen, wie etwa eine krankhafte Schwäche des Schließmuskels, Kardiainsuffizienz genannt. Eine Störung des Transportvermögens der Speiseröhre oder eine gestörte Magenentleerung stellen ebenfalls Ursachen dar. Treten zum Sodbrennen noch andere Symptome hinzu, sollte der Arzt zur Klärung aufgesucht werden. Begleitsymptome können Schmerzen in der Magengrube, ein Leistungsabfall, Gewichtsverlust, Schluckschmerzen, Schluckstörungen oder Hinweise auf Blutungen sein. Auch bei häufigem Sodbrennen, speziell bei Personen über 45 Jahren, sollte medizinischer Rat gesucht werden. Bei Kindern ist im Fall des Auftretens von Sodbrennen immer ein Arzt hinzuziehen, denn bei ihnen tritt es üblicherweise kaum auf.

Folgen und Behandlung

Durch häufiges Sodbrennen kann die Speiseröhrenschleimhaut durch die Magensäure derart gereizt werden, dass sie sich entzündet. Durch die Entzündung, Ösophagitis, kann sich die Struktur der Speiseröhre verändern, Narben und Verengungen entstehen. Schluckbeschwerden sind die Folge, aber auch ein vermehrter Rückfluss des Speisebreis aus dem Magen. Es kann sich in Folge ein Ulcus pepticum, ein Geschwür in der Speiseröhre bilden. Die Ausbildung des Ulcus wird als Barrett-Syndrom bezeichnet und gilt als Karzinom-Vorstufe. Jeder zehnte Patient mit chronischem Sodbrennen leidet unter einer Ösophagitis. Bei jedem zehnten Ösophagitis-Patienten bildet sich ein Ulcus pepticum. Jeder zehnte Patient mit einem Speiseröhrengeschwür erkrankt an einem Folgekarzinom. Tritt gelegentlich Sodbrennen auf, können zunächst zur Selbstmedikation Antazida, H2-Antagonisten oder pflanzliche Stoffe eingesetzt werden. Antazida wirken sofort und neutralisieren. H2-Rezeptoren wirken nach ungefähr 30 Minuten. Sie blockieren die H2-Rezeptoren im Magen, welche für die Säureproduktion verantwortlich sind. Gewisse pflanzliche Präparate können für eine schnellere Magenentleerung sorgen.


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