Darmgase

Bauch


Mit den Speisen wird auch Luft aufgenommen, je Schluckvorgang rund 2 bis 3 ml. Im Zuge der Verdauung entstehen ebenfalls Gase, pro Verdauungsprozess rund 1,5l. Auch erhöhen gewisse Nahrungsmittel die Gasproduktion, so steigt das gebildete Gasvolumen bei der Verdauung von Bohnen von 15ml/h auf 170ml/h. Üblicherweise besteht ein Gleichgewicht zwischen produziertem Gas, verschluckter Luft und Abtransport der Gase über das Blut in die Lunge, von der es abgeatmet wird. Entsteht zu viel Gas, kommt es zu Flatulenzen. Für den üblen Geruch zeichnen sich Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Methylmercaptan und Dimethylsulfid verantwortlich. Tierische Eiweiße und gewisse pflanzliche Nahrungsmittel wie Knoblauch und Zwiebel verstärken die Produktion von geruchsstarken Gasen.

Dicke Luft im Bauch

Die Bakterienflora im Dickdarm sorgt für die Verdauung der im Dünndarm nicht abgebauten Kohlenhydrate. Die Aufgabe des Dünndarms, Kohlenhydrate abzubauen, kann nicht immer erfüllt werden, besonders bei ballastreichen Nahrungsmitteln. Im Dickdarm zersetzen anaerobe Bakterien die übrig gebliebenen Kohlenhydrate, es kommt zur Gasbildung. Ein Völlegefühl und Blähungen machen sich bemerkbar. Auch unerwartete Laktose aus Milchprodukten kann in den Dickdarm gelangen, etwa bei zu schnellem Transport durch den Darm oder einem Mangel an dem Enzym Laktase. Die Dickdarmbakterien zersetzen sodann die Laktase in Milchsäure und Kohlendioxid. Die Verdauung von Fruchtzucker kann einen ähnlichen Vorgang hervorrufen. Welche Menge an Gas entstehen beziehungsweise nach außen abgegeben werden, hängt einerseits von der schwer verdaulichen Nahrungsmittelmenge ab, aber auch von der Menge der Darmbakterien. Bei den Dickdarmbakterien werden zwei Arten unterschieden. Ein Teil produziert Kohlendioxid und Wasserstoff, der andere Teil verbraucht diese Gase. Ihr Gleichgewicht entscheidet ebenfalls darüber, wie viel Gas vorhanden ist. Entscheidend ist auch jene Menge an Gas, die über das Blut abtransportiert wird.

Abgabe von Gas nach außen

Wissenschaftler haben festgestellt, dass bei Völlegefühl und Blähungen Gase länger im Dünndarm verweilen. Zur normalen Gasproduktion kommt also noch die Menge des verbliebenen Gases. Der gleiche Prozess findet im Dickdarm statt. Ein Teil des zu großen Gasvolumens muss abgegeben werden. Es wird aus dem Körper in Form einer Flatulenz abgegeben. Im Schnitt handelt es sich dabei um eine Menge von 600 ml am Tag. Zu 99% ist das abgegebene Gas geruchlos. Blähungen können auch zu hartem Bauch und Bauchschmerzen führen. Auch der Umfang des Bauches kann zunehmen, verantwortlich dafür sind sogenannte versetzte Winde, die sich im Querdarm, einem Teil des Dickdarms ansammeln. Starke Blähungen können dabei sogar zu Darmkrämpfen führen. Meist genügt es, um Blähungen weitgehend zu vermeiden, die Ernährung sowie die Essgewohnheiten umzustellen. Bei langsamem Essen wird weniger Luft verschluckt.


Blähungen während der Schwangerschaft


Schwangerschaft

Ob schwanger oder nicht, jeder leidet ab und an einmal unter Blähungen. Überraschend ist, das jeder Mensch seinen Blähungen Luft verschafft über den Tag verteilt und das ca 15-mal, wobei bis zu 40-mal noch als „normal“ eingestuft wird. Ist man schwanger, dann ist es möglich, das sich diese Werte erhöhen und so darf man sich nicht wundern, wenn man beispielsweise immer wieder aufstößt, wie ein Weltmeister im Biertrinken oder man seinen Hosenknopf öffnen muss, aufgrund eines starken Blähbauchs, auch wenn man noch nicht einmal einen kleinen Babybauch hat.

Der Grund des Aufstoßens und der Blähungen

Das Hormon Progesteron ist der Grund dafür, dass man während der Schwangerschaft vermehrt aufstößt und unter Blähungen leidet, da es in hohen Dosen produziert wird vom Körper. Dieses Hormon ist dafür verantwortlich, das sich das weiche Muskelgewebe im Körper entspannt inklusive des Magen-Darm-Traktes und auch den Verdauungsprozess verlangsamt, was dann dazu führt, dass man während der Schwangerschaft vermehrt unter Blähungen leidet und aufstößt.

Die Gase entstehen in der Regel durch Luft, die geschluckt wurde und durch das Aufstoßen entledigt sich der Körper dieser. Die Luft, die in den Dickdarm gelangt, wird indem durch die Blähungen wieder freigesetzt. Doch der größte Teil der Flatulenzen entstehen dadurch, dass Magen und Dünndarm das Essen mit den Enzymen nicht vollständig verdauen und somit der Dickdarm die Aufgabe mit den dort ansässigen Bakterien übernehmen muss, diese in die Bestandteile aufzubrechen.

Das Problem reduzieren während der Schwangerschaft

Möchte man die Flatulenzen reduzieren während der Schwangerschaft, dann sollte man auf die Nahrungsmittel verzichten, die die Blähungen erzeugen. Jedoch ist es dann schwierig, sich ausgewogen zu ernähren, wenn man auf alles verzichtet, was die Blähungen erzeugt. Eine Alternative ist es, erstmal damit zu beginnen, die bekanntesten Übeltäter aus der Ernährung zu streichen, wie beispielsweise Kohl, Brokkoli, Spargel, Bohnen, alle arten Gemüse, welche Raffinose (eine Zuckerart) enthalten. Ebenso sollte man mehrmals über den Tag verteilt essen anstelle von großen Mahlzeiten. Wichtig ist auch in Ruhe zu essen und nicht sein Essen nicht zu verschlingen. Selbst das Kauen von Kaugummi ist nicht ratsam, denn dadurch wird vermehrt Speichel produziert, wodurch Flatulenzen entstehen können. Um zu entspannen, ist Yoga hilfreich und man lernt auch besser zu atmen – auch so kann man Blähungen vermeiden.

Leidet man jedoch unter sehr starken Flatulenzen, die sich wie Bauchkrämpfe und/oder -schmerzen anfühlen, dann sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen oder mit der Hebamme sprechen.