Immer wieder Todesfälle durch Kohlenmonoxid


Der Vergiftungstod durch Kohlenmonoxid kommt geruchlos, schleichend, farblos. Kohlenmonoxid kann niemand sehen. CO, wie die chemische Summenformel lautet, kann der Mensch nicht wahrnehmen. Defekte Thermen oder Schornsteine und Brennöfen, aber auch der unsachgemäße Umgang mit offenem Feuer stellen Gefahrenquellen dar. In geschlossenen Garagen wird Kohlenmonoxid durch die Autoabgase zur Gefahr, aber auch Heizpilze in geschlossenen Räumen sind nicht minder gefährlich. In jedem Fall entsteht das Gas durch ungenügende Verbrennung.

So wirkt Kohlenmonoxid auf den menschlichen Körper

CO – Konzentration in der Luft Inhalationszeit und toxikologische Symptomwirkung
0,003% – 30ppm MAK-Wert=maximale Arbeitsplatzkonzentration bei 8stündiger Arbeitszeit
0,02% – 200ppm Leichte Kopfschmerzen innerhalb von 2 bis 3 Stunden
0,04% – 400ppm Kopfschmerz im Stirnbereich innerhalb 1 bis 2 Stunden, breitet sich innerhalb von 2,5 bis 3,5 Stunden im ganzen Kopfbereich aus
0,08% – 800ppm Schwindel, Übelkeit und Gliederzucken innerhalb von 45 Minuten, bewusstlos innerhalb von 2 Stunden
0,16 – 1600ppm Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel innerhalb von 20 Minuten, Tod innerhalb von 2 Stunden
0,32% – 3200ppm Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel innerhalb von 5 bis 10 Minuten, Tod innerhalb von 30 Minuten
0,64% – 6400ppm Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel innerhalb von 1 bis 2 Minuten, Tod innerhalb von 10 bis 15 Minuten
1,28% – 12800ppm Tod innerhalb von 1 bis 3 Minuten

Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung wird die Sauerstoffaufnahme beziehungsweise der Sauerstofftransport über die Roten Blutkörperchen blockiert. CO bindet sich 200 bis 300mal stärker an das Eisen im Hämoglobin als Sauerstoff. Auch werden Enzyme in den Muskeln und Nerven blockiert. Die Symptome ähneln einander, und doch können sie sich individuell unterschiedlich zeigen. Kopfschmerz, Schwindel und Übelkeit sind jedoch stets vorhanden. Muskelzucken, Atemnot und grippale Symptomatik können sich ebenfalls ergeben.

Vorsicht bei der Ersten Hilfe

Frau mit Kopfschmerzen

Ein Ersthelfer kann nicht erkennen, was vorgefallen ist, wenn er einen Bewusstlosen im Badezimmer oder im Keller findet, er kann nur durch die Situation darauf schließen. Wird die Gefahr nicht erkannt, können die Folgen für den Ersthelfer tödlich sein. Fenster zu öffnen und den Vergifteten an die Frischluft zu bringen, sind oberste Gebote. Dabei sollte der Atem angehalten werden. Nasse Tücher vor Nase und Mund filtern das Kohlenmonoxid nicht, sie geben somit keinen Schutz. Eile ist angesagt, denn wie in der Tabelle ersichtlich, kann eine Vergiftung bereits nach kurzer Zeit tödlich sein. Ist es nicht möglich, den Vergifteten schnell aus der Gefahrenzone zu bringen, muss auf die Rettungskräfte gewartete werden. Eine weitere Gefahr liegt in der Explosionsfreudigkeit von Kohlenmonoxid. Doch auch bei Kohlenmonoxidvergiftungen gilt, dass die beste Erste Hilfe Maßnahme jene ist, die nicht geleistet werden muss. Vorbeugen ist besser. Die Herde, Thermen und Kamine regelmäßig zu warten, kann tödliche Unfälle verhindern. Akustische CO-Melder anzubringen, bringt weitere Sicherheit. Sie kosten lediglich zwischen 40 und 60 Euro, eine Investition, die Leben retten kann.


Kohlenmonoxidvergiftung


Kohlenstoff-Blasen

CO, so lautet die chemische Formel für Kohlenmonoxid, einer gasförmigen Verbindung aus Sauerstoff und Kohlenstoff. Das Gas entsteht in der Regel durch unvollständige Verbrennung beziehungsweise bei Verbrennungen unter zu geringerer Sauerstoffzufuhr. Schlecht funktionierende Heizöfen, verstopfte Schornsteine, Schwelbrände und Auspuffgase in geschlossenen Räumen führen immer wieder Kohlenmonoxidvergiftungen. Auch das Abkühlen von Grillern in geschlossenen Räumen kann Auslöser sein. Jahr für Jahr kommt es zu tödlichen Vergiftungen durch das Geruch-, Farb- und Geschmacklose Gas. Berühmtestes Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung war Emile Zola, dessen Schornstein verstopft war. Auch die ARD-Moderatorin Miriam Christmann und ihr Lebensgefährte starben durch Kohlenmonoxid. Sie stellten den Griller zum Auskühlen von der Terrasse ins Schlafzimmer. Eine gefährliche Kombination stellen auch eine Dunstabzugshaube in Betrieb, etwa in der Küche, und ein offenes Feuer im Kamin, etwa im Wohnzimmer, dar. Zur tödlichen Falle können aber ebenfalls zu dichte Fenster oder ein zu geringer Abzug im Bad sein, wenn der Wassererhitzer auf Gasbasis arbeitet.

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

Da Kohlenmonoxid von den menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen wird, stellt es eine besondere Gefahr dar. Gelangt Kohlenmonoxid durch die Atemluft ins Blut, geht es mit dem Eisenkern im Hämoglobin eine chemische Verbindung ein. Der Sauerstofftransport wird unterbunden, es kommt zur Erstickung. Zu Beginn zeigen sich Kopfschmerzen und Schwindel und starke Müdigkeit. Bei ansteigender Vergiftung sind besonders das Nervensystem und das Herz betroffen. Bereits zu diesem Zeitpunkt kann es dauerhaften Folgeschäden am Organismus kommen. Kohlenmonoxid bindet sich 325mal stärker an Hämoglobin als Sauerstoff, deshalb werden bereits bei einem 0,1 prozentigen Anteil an Kohlenmonoxid in der Atemluft die Hälfte der Roten Blutkörperchen in ihrer Funktion behindert. Von der akuten Form der Kohlenmonoxidvergiftung ist die chronische Kohlenmonoxidvergiftung zu unterscheiden. Sie entsteht bei Menschen, die sich regelmäßig in Räumen mit überhöhter, jedoch nicht zu großer Kohlenmonoxidkonzentration aufhalten. Leistungsminderung, chronische Müdigkeit und Depressionen können die Folgen sein.

Gefahrenzone und Rettungsmaßnahmen

Sobald die Möglichkeit besteht, dass ein Mensch durch eine zu hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in einem Raum das Bewusstsein verloren hat, ist dem Ersthelfer größte Vorsicht angeraten. Der Vergiftete sollte so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone in die frische Luft gebracht und alle Fenster geöffnet werden. Ist eine rasche und gefahrlose Rettung nicht möglich, zum Beispiel aus einem Keller, muss auf die Einsatzkräfte gewartet werden. Selbstschutz geht in diesem Fall vor Fremdschutz. Die Rettungskräfte werden sofort mit der Sauerstoffgabe beginnen und Bikarbonat verabreichen. Meist werden die Betroffenen intubiert und künstlich mit Sauerstoff beatmet. Die hohe Sauerstoffkonzentration verdrängt das Kohlenmonoxid. Für Retter und Ärzte sind neben den Blutwerten die kirschroten Schleimhäute ein äußeres Anzeichen, jedoch erst ab einem höheren Vergiftungsgrad. Auch sind die Totenflecken bei mit CO vergifteten Personen rot.